Die Vereinigung für Ökologische Ökonomie (VÖÖ) ist eine deutsche wissenschaftliche Vereinigung, die sich für ökologische Grundsätze in der globalen Wirtschaft einsetzt.
Geschichte und Hintergrund Die Vereinigung für Ökologische Ökonomie wurde im April 1996 in Heidelberg von 50 Wissenschaftlern aus dem deutschsprachigen Raum gegründet. Die Wissenschaftler verband die Überzeugung, dass die Forderungen des UNO-Gipfels 1992 von Rio de Janeiro, überall eine wirklich nachhaltige Entwicklung einzuleiten, berechtigt sind und umfassend umgesetzt werden müssen.[1] Die Professorin für Volkswirtschaft Christiane Busch-Lüty initiierte die Gründung als deutschsprachige Sektion der International Society for Ecological Economics (ISEE). Aus der Erkenntnis heraus, dass Wirtschaftswachstum die falsche Antwort auf die damaligen ökonomischen Probleme ist, wollte die Vereinigung „strategisch handeln, um die Chance einer Veränderung der hochschulpolitischen Landschaft in Lehre und Forschung in ihrem Sinne zu nutzen”.[2]
Positionen Die VÖÖ ist der Ansicht, dass die klassischen ökonomischen Wissenschaften allein mit der sich hieraus ergebenden Reformaufgabe überfordert sind und schließen daraus: „Andere Wissenschaften, eine veränderungsbereite Politik und die kulturellen Kräfte der ganzen Gesellschaft werden gebraucht, um den notwendigen Wandel umzusetzen und zu gestalten.“[1] Bis zum Jahr 2010 konzentrierte sich die VÖÖ auf die Etablierung des Konzepts der Nachhaltigkeit in seiner ökologischen, sozialen und ökonomischen Perspektive.[3] Nach Meinung der VÖÖ gibt es keine Alternative zu Ablösung der ökonomischen Wachstumspolitik durch eine Postwachstumsökonomie.[1] Hierbei wird insbesondere der Begriff des „Nachhaltigen Wachstums” als Oxymoron kritisiert,[3] und die Bedeutung der Kombination von Öko-Effizienz, Konsistenz und Suffizienz betont.
Arbeit und Kooperationen Die VÖÖ arbeitet vor allem in themenfeldbezogenen Arbeitskreisen, in jährlichen Arbeitstagungen[4], Workshops und veröffentlicht Publikationen[5]. Zusammen mit anderen Vereinigungen und einigen Stiftungen vergibt die VÖÖ zweijährlich den Kapp-Forschungspreis für Ökologische Ökonomie an Nachwuchswissenschaftler. Seit Oktober 2010 unterstützt die VÖÖ über das Netzwerk Wachstumswende Studierende und Praktiker, die sich mit wachstumskritischen Fragen befassen.[6][7] Neben den Vorsitzenden Niko Paech und Gerhard Oesten sind weitere bekannte Mitglieder Adelheid Biesecker, Hans-Peter Dürr, Eva Lang, Gerhard Scherhorn und Beate Weber. Die im November 2010 verstorbene Ehrenvorsitzende Christiane Busch-Lüty ist Gründungsmitglied und Mitinitiatorin der Vereinigung.[12] Die VÖÖ beziehungsweise ihre Mitglieder sind über vielfältige Vernetzungen und Kooperationen mit anderen gesellschaftlichen Gruppierungen und Institutionen verbunden. Die Vereinigung ist Mitglied in der International Society for Ecological Economics (ISEE), auf deren Ideen und Grundsätzen sie sich in ihrer Satzung ausdrücklich bezieht.[13] Weitere inhaltliche Verbindungen bestehen zur European Society for Ecological Economics (ESEE) sowie in Deutschland zur Vereinigung für ökologische Wirtschaftsforschung (VÖW), mit der bereits gemeinsame Tagungen organisiert wurden.[14] Im Rahmen der gemeinsamen Tagung 2003 wurde die „Heidelberger Erklärung zur Umsetzung und Weiterentwicklung der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie” veröffentlicht.[15] Im Jahr 2010 begann eine jährliche Tagungsreihe mit dem Thema „Perspektiven einer Wirtschaft ohne Wachstum”.[4][16]
Weblinks (1) Webseite der VÖÖ (2) Literatur herausgegeben von der VÖÖ im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Literatur
Günter Strassert, Martin Dieterich, Frank Messner, Peter Finke: Ökologische Ökonomie. Ansätze zur Positionsbestimmung der Vereinigung für Ökologische Ökonomie. 1999.
Jürgen Kopfmüller, Christiane Busch-Lüty, Eva Lang (Hrsg.): Wiedervorlage dringend: Ansätze für eine Ökonomie der Nachhaltigkeit. oekom verlag, München 2007, ISBN 978-3-86581-070-0, DNB 985198907 (Buch beim oekom Verlag).
Einzelnachweise
Gestartet von Benjamin Best 21.11.2011. 0 Antworten 0 Gefällt mir
Vor genau einem Jahr, am 21.11.2010, hat Niko Paech bereits einen Einblick in die Konzepte einer Postwachstumsökonomie gegeben und Verbindungslinien zu Transition Town gezogen. Titel des Vortrags…Fortfahren
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© 2012 Erstellt von Gerd Wessling.
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