Transition - eine Geschichte

Die Keimzelle der Transition-Bewegung liegt in Großbritannien. Genauer gesagt, in Totnes, der ersten „Transition-Town“. Dort entwickelte der Permakultur-Dozent und Autor, Rob Hopkins, gemeinsam mit anderen Aktivisten ein Konzept, um seine Heimatstadt zukunftsfähig zu machen. Transition Town Totnes startete im Jahr 2007 und hat in diesem Jahr ihren 10. Geburtstag gefeiert.

Mittlerweile gibt es weltweit etwa 4.000 Transition-Initiativen, die sich auf ungefähr 50 Länder auffächern. Im deutschsprachigen Raum gibt es derzeit schätzungsweise 120 Initiativen. Und es werden immer mehr.

 

Das deutschsprachige Transition Netzwerk

2008/2009 Die ersten Transition Towns im deutschsprachigen Raum entstehen

Ende 2008 wurde  Berlin Friedrichshain-Kreuzberg wurde die erste Transition Town von „Kipper“ Jan Fischer und anderen Aktiven aus der Taufe gehoben. Mitte 2009 folgten Witzenhausen, Beetzendorf (unweit des Ökodorfes Sieben Linden) und Bielefeld. Im Magazin GEO erschien ein Artikel über die Transition Town Totnes, es gab weitere Film- und Zeitungsberichte und Ende 2009 in Bielefeld den ersten deutschsprachigen Kurs „Training for Transition“. in Bielefeld. Die Idee verbreitete sich weiter. Insbesondere Gerd Wessling sorgte für vernetzende Strukturen der ersten deutschsprachigen Transition Initiativen und gilt als Mitbegründer des deutschen Transition Netzwerkes.

2008-2010: Die Bewegung wächst

Es entstanden weitere Initiativen in Deutschland, aber auch in Österreich (dort oft gekoppelt mit den Alternativforen von Franz Nahrada und Attac Österreich) sowie in der Schweiz (oft in Kooperation oder im Verbund mit „Neustart Schweiz“). Unter dem Titel „Energiewende” erschien im September 2008 ddas erste Handbuch zu Transition auf dem deutschen Markt und machte mit den Ideen einer relokalisierten, postfossilen Welt vertraut – mit Erfolg, denn 2010 waren schon rund 20 Initiativen am Start. Es folgten weitere Filme und insbesondere der Kultursender ARTE berichtete wiederholt über Transition und die Initiativen. 2012 wurde vom Berliner Produzenten Nils Aguilar die Dokumentation Voices of Transition produziert, die 2013 in den deutschen Kinos lief.


 

Seit 2010: Das Transition Netzwerk etabliert sich

Seit 2010 werden über die Website www.transition-initiativen.de Informationen ausgetauscht und halten die Gruppen untereinander in Kontakt gehalten; die Website ist darüber hinaus eine Quelle der Inspiration für alle Beteiligten und Interessierten.

Eine ähnliche Funktion erfüllen die bundesweiten Netzwerktreffen und (Un)Konferenzen, auf denen jeweils zwischen 70 bis 170 Menschen für zwei Tage zusammenkommen, um sich untereinander auszutauschen. An folgenden Orten fanden die Treffen bisher statt:

  • 2010 Hannover
  • 2011 Bielefeld
  • 2012 Witzenhausen
  • 2013 Gemeinschaft Schloss Tempelhof
  • 2014 an den Helfensteinen bei Kassel
  • 2015 in der Attac-Villa in Könnern bei Halle
  • 2016 gab es kein Treffen, aber eine In Tra(i)nsition Town Tour, in deren Rahmen an der wir im Bergischen Land und Ruhrgebiet um Wuppertal und Essen fünf Transition Orte besucht haben.
  • Vom 15.-17.09.2017 wird die nächste bundesweite Konferenz in Essen stattfinden.

Die Treffen führen Gleichgesinnte zusammen. Man lernt lernen voneinander und es gibt hat die Möglichkeit, an Fachvorträgen und Workshops teilzunehmen, die sich unter anderem mit folgenden Themen beschäftigen: Permakultur, alternativen Währungen, Solidarischer Landwirtschaft, Re-Skilling (das Wiedererlernen von handwerklichern Fähigkeiten), REconomy (das sind innovative Formen lokalen Wirtschaftens), Tauschen und Teilen sowie und weitere alternative Wirtschaftsformen jenseits des Wachstums beschäftigen.
 

2010-2013: Stabilisierung des Niveaus auf etwa 120 Transition Town Initiativen

Die Berichterstattung in den Medien fungierte oftmals als Initialzündung für eigene Gründungen und so existierten Ende 2013 gut 120 Initiativen – von Kiel bis Konstanz und von Aachen bis Rosenheim. Die Zahl der Initiativen ist seither ungefähr gleich geblieben. Alle  Gruppen sind selbstorganisiert. Sie entstehen dort, wo die Idee gerade auf die notwendige Resonanz stößt. Es gibt sie in den unterschiedlichsten Reifegraden: vom Initialstadium mit nur wenigen Mitgliedern bis hin zu Initiativen mit vielen hunderten Aktiven und Interessierten. Einen geografischen Schwerpunkt gibt es nicht, die Initiativen sind ausgewogen über Deutschland verteilt. Sie entstehen sowohl in sehr kleinen Orten und Gemeinden als auch in den großen Metropolen (in Berlin existieren etwa fünf Nachbarschaftsgruppen.

 

ab 2013 - Das Transition Netzwerk – eine Struktur findet sich

Thematischer Schwerpunkt des Netzwerktreffens 2013 in der Gemeinschaft Schloss Tempelhof war die Frage nach der idealen Struktur eines solchen Verbundes. Bis dahin hatte die Koordination der Transition Initiativen in Deutschland, Österreich und der Schweiz vorwiegend Gerd Wessling übernommen. Es entstanden verschiedene Arbeitsgruppen, die intensiv an dieser Fragestellung arbeiteten, sei es über Telefon- und Webkonferenzen oder über gelegentliche Meetings. So bildeten sich zwei Arbeitsgruppen( “Verein” und “Übergang”), die sich mit der Organisationsentwicklung des Transition Netzwerk beschäftigten und Lösungen hierzu entwickelten.

 

März 2014 Gründung Transition Netzwerk e.V.

Im Zuge des Strukturentwicklungsprozesses gründete sich im 15./16. März 2014 der Verein Transition Netzwerke.V. (Link zur Rubrik Verein), der das Netzwerk (= das Sammelbecken für alle Personen und Gruppen, die sich der Transition Bewegung zugehörig fühlen) unterstützt aber nicht das Netzwerk selbst ist.
 

Oktober 2014 Bundesweites Netzwerktreffen Helfensteine: Gründung des Koordinierungskreises

Beim bundesweiten Netzwerktreffen im Zentrum Helfensteine bei Kassel im Oktober 2014 wurden die Strukturen verfeinert. Es wurde ein Kokreis (Koordinierungskreis) gegründet, der als Entscheidungsgremium des deutschen Transition Netzwerks dient. Der Kokreis setzt sich zusammen aus jeweils einer Vertreterin/einem Vertreter der überregional tätigen AGs sowie jeweils einem Vertreter/einer Vertreterin der Transition Trainer*innen und des Vereinsvorstands. Weiteres dazu im Menüpunkt “Koordinierungskreis”.

 

August 2015 Bundesweites Netzwerktreffen Attac Villa in Könnern bei Halle

Hier haben wir uns intensiv mit der strukturellen und inhaltlichen Weiterentwicklung des Transition Netzwerks beschäftigt. Der Koordinierungskreis wurde als Entscheidungsgremium des deutschen Transition Netzwerkes bestätigt und um zwei Personen erweitert, die Hüter der lokalen Idee. Außerdem wurde die Transition Charta im Konsens willkommen geheißen.

 

September 2016 In Tra(i)nsition Town Tour im Ruhrgebiet /Bergischen Land

Im September 2016 war Rob Hopkins zu Gast bei der internationalen Konferenz  IST in Wuppertal. Zugleich veranstaltete das Transtion Netzwerk eine In Tra(i)nsition Town Tour, die zu einigen Transition Projekten führte. Am Abend gab es eine Podiumsdiskussion zum Thema “Essen - grüne Hauptstadt Europas” mit Beteiligung der Umweltdezernentin der Stadt Essen Simone Raskob.

 

Juni 2016- Mai 2017 Projekt Lernendes Transition Netzwerk

Das Projekt „Aufbau eines Wissens-, Referent*innen und Multiplikator*innenpools zu ökologischen, sozialen und ökonomischen kommunalen Wandelprozessen" soll dazu beitragen, die bisher etablierten Strukturen im Transitin Netzwerk weiter zu verfeiern. Dazu sollen Transition-Expert*innen und -Projekte in Deutschland systematisch und attraktiv sichtbar gemacht werden.

Das Projekt ist im Rahmen der Verbändeförderung des Umweltbundesamtes realisiert. Mehr dazu im Projekt-Steckbrief